Internet & Co: Die digitale Zukunft Europas?

Was offline im Leben funktioniert, findet auch bald sein Gegenstück im World Wide Web: Da nehme man beispielsweise all die Branchen der Unterhaltungsindustrie, aber auch so intime Dinge wie die Partnersuche. Das Leben gestaltet sich in immer größeren Anteilen online und da es sich um ein internationales Netzwerk handelt, sind oft länderübergreifende Regelungen gefragt, um juristische Grundlagen sinnvoll zu gestalten.

Wer ist online?

Das Leben gestaltet sich in immer größeren Anteilen online und da es sich um ein internationales Netzwerk handelt, sind oft länderübergreifende Regelungen gefragt, um juristische Grundlagen sinnvoll zu gestalten. Welches Land stellt den größten Anteil der Internetnutzer in der Europäischen Union? Studien zufolge waren 2019 von den Bürgern der 28 EU Mitgliedsländern besonders die Schweden mit 98 Prozent der Bevölkerung online aktiv. Doch im Vergleich der Anzahl der Nutzer steht Deutschland an der Spitze.

Anzahl der Internetnutzer 2019:

● Deutschland: 72,1 Millionen
● Großbritannien: 63,06 Millionen
● Frankreich: 60,42 Millionen
● Italien: 54,8 Millionen

EU-Richtlinien

Zwar gelingt es in vielen Bereichen, EU übergreifende Regelungen möglichst schnell und einvernehmlich umzusetzen, jedoch ist dies leider nicht immer der Fall. Verschiedene aktuelle Beispiele zeigen, dass es manchmal doch ein langer Weg zum gemeinsamen Konsens ist. Die EU-Reform bezüglich der Gesetzeslage zum Urheberrecht etwa war notwendig, jedoch deren genaue Inhalte und die jeweilige Umsetzung nicht unumstritten. Bilder, Videos und Musik sind im Internet schnell und leicht verfügbar. Einfach das gewünschte Foto per Copy-und-Paste auf der eigenen Website oder über Facebook teilen, kann aber illegal sein. Die Inhalte im Internet, egal ob Musikdateien, Bilder oder Texte, sind gewöhnlich urheberrechtlich geschützt. Nur wenn die Nutzung ausdrücklich erlaubt ist, drohen keine Mahnverfahren.

Landbasierte Spielbanken gibt es in Deutschland und Europa nicht wenige und einige haben einen exzellenten Ruf, wie etwa die Spielbanken in Baden-Baden und Monte Carlo. Doch verfügen auch die zahlreichen Online Casinos über besonders reizvolle Angebote und Möglichkeiten: Bei Mega Moolah gibt es nicht nur einen, sondern viele Jackpots und dieses Muster-Beispiel der digitalen Entwicklungen beim Glücksspiel beeindruckt auch durch die extrem hohen Gewinnsummen. Die Europäische Kommission aktualisiert auch endlich eine veraltete E-Commerce-Richtlinie und legt darin neue Regelungen für das Internet fest.

Ein digitaler Euro?

In der EU macht man sich Gedanken rund um eine Einführung des digitalen Euros. Einer der dringlichsten Aspekte dabei ist, zu gewährleisten, dass die Verantwortung für die Währungsordnung weiterhin bei den Staaten liegt. Technik-Giganten der Unternehmenswelt, wie Amazon, Apple, Facebook oder Google besitzen riesige Marktanteile im digitalen Zahlungsverkehr. Man sieht darin die Gefahr einer Monopolbildung. Um solche negativen Entwicklungen zu verhindern, soll der Markt stärker reguliert werden. Die europäische Zentralbank sollte dabei mitwirken, eine das Gemeinwohl fördernde Struktur der Zahlungssysteme zu gestalten. Heiß diskutiert wird vor allem die geplante Einführung der Facebook Libra: Die Kartellbehörden der europäischen Kommission untersuchten in diesem Zusammenhang ein mögliches wettbewerbswidriges Verhalten. Auch der französische Finanzminister hatte im letzten Jahr davor gewarnt, die Währung in Europa operieren zu lassen.

Es ist also auch in Deutschland an der Zeit, an einer staatlichen E-Geld-Lösung zu arbeiten. Man sieht das Einsatzgebiet einer solchen Lösung unmittelbar vor allem in der Industrie: Transaktionen mit digitalem Euro wurden schon erprobt. So ermöglicht etwa die Commerzbank zusammen mit Serkan Katilmis Start-up “Cash on Ledger” den Transfer von echtem Geld in die Blockchain. Eine dadurch mögliche automatische Zahlungsabwicklung wurde bei einem Pilotprojekt mit Daimler Trucks getestet: Die Zahlungsabwicklung von Ladevorgängen an E-Ladesäulen wurde dabei automatisiert.

Weitere Einsatzmöglichkeiten für die digitalen Währungen werden im Rahmen von Blockchain-Systemen für Zahlungen im Internet of Things (IoT) gesehen. Der digitale Euro als Online-Zahlungsmittel für Jedermann steht dabei allerdings im Hintergrund und wird erst in weit entfernter Zukunft als wahrscheinlich angenommen.

Kryptowährungen und die Blockchain

Wie entsteht die Blockchain? Die Blockchain, durch die sich auch die Transaktionen mit Kryptowährungen dokumentieren lassen, ist eine wachsende Kette von Datenblöcken. Alle Transaktionen, die in einem bestimmten Zeitraum stattfinden, speichert die Blockchain-Technik in einer Datei (einem Block), wobei der verfügbare Platz in einem Block nur für eine begrenzte Anzahl von Transaktionen ausreicht. Kommen dann weitere Transaktionen hinzu, greift das System auf alle bisher erzeugten Datenblöcke zu und verbindet sie durch eine Verschlüsselungstechnik.

Zu den bemerkenswerten technischen Aspekten von Kryptowährungen gehört besonders die damit erreichte Dezentralisierung. Ein Vorteil wird allgemein darin gesehen, dass niemand die volle Kontrolle über einen Teilbereich der jeweiligen Infrastruktur erhält. So herrscht oft großes Vertrauen in dezentralisierte digitale Währungen wie Bitcoin, beruhend auf der Annahme, dass Manipulationsversuche einzelner an der Blockchain scheitern müssen. Dieser Aspekt von Blockchain basierter Technologie muss aber genau betrachtet werden, um zwischen dem dezentralen Aufbau der Infrastruktur und der dezentralen Kontrolle darüber zu unterscheiden.